Der Reiz des Suchens

Am 27. März 2015 erscheint Lena Fennells zweite Platte «Seeker». Die Musikerin aus Basel erzählt vom Gefühl des Suchens, das unser Leben stetig begleitet. Wir suchen, finden und suchen immer wieder – dasselbe oder etwas ganz anderes. Mit ihrer warmen und geheimnisvollen Stimme, leidenschaftlich und zugleich unnahbar, nimmt uns Lena mit auf ihren Weg.

«Ich suche die Auseinandersetzung. Mit mir selbst und meinen Geschichten. Mit anderen und ihren Geschichten. Und mit den Erfahrungen die entstehen, wenn sich diese Geschichten verbinden». So beschreibt Lena Fennell den Impuls für ihr neues Werk. «Seeker steht für Suchende. Seeker bin ich. Und viele der Menschen, die mir nahe stehen – wir alle sind Seeker.» Lena selbst empfindet diese Suchbewegung nicht als Belastung, sondern als extrem produktiv: «Sie gibt mir die Gewissheit, dass ich lebendig bin.»

Der Titeltrack This is Seeker war selber dieser Suchbewegung unterworfen. Vom Schreiben des Songs über das Spielen mit der Band bis hin zur Aufnahme hat sich sein Charakter verändert: «Seeker stand ursprünglich für etwas Zwiespältiges. Für eine Lebensführung, in der Menschen aus lauter Angst zu suchen doch lieber still stehen bleiben; aus Misstrauen gegenüber Ungewissem doch lieber auf das zurückgreifen, was sie kennen. Als ich mich erneut mit dieser negativen Besetzung des Suchens auseinandergesetzt habe, hat sich der Begriff für mich gewandelt und ich habe begonnen, ihn mit positiven Eigenschaften zu füllen. Heute bedeutet Seeker für mich, in Bewegung zu sein und Anteil zu nehmen. Innezuhalten und Zeit zu haben. Wach zu sein und etwas zu tun. Zu finden und erneut zu suchen. Ein Prozess, alleine und gemeinsam mit anderen, dessen Zweck sich in ihm selbst findet: Entwicklung. Die Seeker EP ist für mich Ausdruck dieses Prozesses, auf musikalischer, textlicher wie auch zwischenmenschlicher Ebene.» Nicht umsonst hält Lena am Ende des Booklets zur CD fest: «A seeker is a maker, a maker is a finder, a finder is a seeker».

Die fünf Songs auf Seeker

Gemeinsam mit Jan Krattiger (Gitarre), Luca Glausen (Schlagzeug) und Sarah Zaugg (Bass) arbeitet Lena an den neuen Songs. Der britische Produzent Jolyon Thomas (Daughter, M83 u.a.) fliegt im August 2014 aus London ein und gibt den fünf ausgewählten Songs in Zusammenarbeit mit Band den letzten Schliff. Lena, Jan, Luca und Sarah spielen die Seeker EP schliesslich im OneDrop Studio in Basel unter Regie von Jolyon zu grossen Teilen live ein.

«Melancholia» — Der Opener klingt leichtfüssig und verspielt. Er mahnt mit seinen Upbeats und den dialogischen Lyrics an ein trotziges Zwiegespräch mit der eigenen dunklen Seite.

«End of the Year» — Der zweite Track, ein lange nachhallender Abschiedsbrief an Geliebte, schlägt im ruhigen Walzertempo eingängige und sphärisch-verzerrte Töne an.

«This is Seeker» — Ein brummender Bass, ein Gitarrenriff, das vorwärtstreibt und ein Schlagzeug, das feine Akzente setzt – das ist Seeker. Nachdrücklich und klar singt Fennell im Titeltrack «the more I heal, the less is left for you to hold on to» und zeigt, dass sie in der Suche ihre wahre Stärke gefunden hat.

«Dual Life» — Die musikalische und textliche Pendelbewegung zwischen Ruhe und Aufruhr sorgt im vierten Song dafür, dass es sich fast ein bisschen so anfühlt, als ob wir schwerelos durch das neue Sounduniversum von Fennell fliegen.

«5 a.m.» — Der Schlusstrack, breitbeinig und staubig produziert, versetzt uns per musikalisches Kopfkino in den Wilden Westen. Lena erzählt vom wiederkehrenden Aufwachen um 5 Uhr morgens, aber auch davon, wie es ist, unbeirrt und gelassen weiter zu gehen.

Der Weg zu Seeker

Als Lena vor rund 8 Jahren ihre Songs erstmals einem breiteren Publikum zugänglich macht, spielt sich die Basler Songwriterin mit ihrer prägnanten Stimme in die Herzen des Publikums – die Mischung aus dunkel-samtigen Tönen und eindringlichen Lyrics berührt.

2011 veröffentlicht sie ihre erste Platte Nauticus. «Das Debüt der Baslerin Lena Fennell überzeugt durch Facettenreichtum, mit wilden Postpop-Klängen und voll geballter Energie, die wie eine Welle über einen hinwegbricht, den Zuhörer in eine geheimnisvoll mystische Welt spült» schreibt die Berner Zeitung. «Die 26-jährige Baslerin zaubert mit verträumten Songs Melancholie herbei. Nauticus wird von einer starken Band getragen, die auch mal Gas geben kann», urteilt die SonntagsZeitung.

Nach Nauticus begibt sich Lena erneut auf die Suche nach neuen Geschichten, Melodien und Klängen, um ihre Erfahrungswelt zu vertonen. 2012 kommt mit der Single Harvest eine musikalische Postkarte von unterwegs. Diese zeigt bereits eindrücklich, dass Lena ihre Musik und ihre Texte gemeinsam mit ihrer Band weiterentwickelt: Sie mischt der Schwermut ein gute Prise Gelassenheit bei. Für eine neue Platte ist die Zeit aber noch nicht reif. Uniabschluss, Veränderungen in der Band und im Leben halten die Musikerin auf Trab. Im Sommer 2014 ist der Moment für die neuen Songs gekommen. Diese präsentiert uns Lena nun auf der Seeker EP – fünf Songs, die musikalisch und inhaltlich von einer neu gewonnen Stärke zeugen.

New record, Seeker EP,
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(English version will follow soon, until then, Google Translate is your friend, #yolo)

«Ich suche die Auseinandersetzung. Mit mir selbst und meinen Geschichten. Mit anderen und ihren Geschichten. Und mit den Erfahrungen die entstehen, wenn sich diese Geschichten verbinden». So beschreibt Lena Fennell den Impuls für ihr neues Werk. «Seeker steht für Suchende. Seeker bin ich. Und viele der Menschen, die mir nahe stehen – wir alle sind Seeker.»

Wir suchen, finden und suchen immer wieder – dasselbe oder etwas ganz anderes. Lena selbst empfindet diese Suchbewegung nicht als Belastung, sondern als extrem produktiv: «Sie gibt mir die Gewissheit, dass ich lebendig bin.»

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Discography

Lena Fennell’s debut record Nauticus excels with its many facets, wild post-pop sounds and its high energy. Feels like a wave washing the listener into a mystical world.

– Sarah Elena Schwarzmann, Berner Zeitung

Lena Fennell has managed to write a catchy song while avoiding the common clichés in pop music. An earworm you'll happily keep in your ears.

– Peter Walt, Radio SRF3